Brunner-Mobil GolfkompassGolf, ein kleiner Rückblick
In der Frühzeit des Golfspiels, als der Rasen noch gemäht wurde, indem Schafe über den Platz getrieben wurden, gab es keine schriftlich festgelegten Regeln. Die Mehrheit der Spieler war des Lesens und Schreibens ohnehin unkundig und so spielte man auf jedem Platz nach eigenen, hausgemachten Regeln.
Als im Frühjahr 1744 eine kleine Gruppe Spieler, die sich damals „Gentleman Golfers of Edinburgh" nannten, den Magistrat der Stadt Edinburgh um Stiftung eines Ehrenpreises für ein auszutragendes Turnier anfragten, gab dieser als Wanderpreis einen silbernen Schläger. Allerdings verbanden die Stadtväter mit dem Preis die Auflage, dass es sich um ein offenes Turnier mit möglichst vielen Teilnehmern handeln solle. Dies bedingte nun freilich, dass hierfür allgemein gültige Richtlinien aufgestellt und schriftlich festgehalten wurden. Somit entstanden die ersten 13 Golfregeln. Als anno 1754 im Club von St. Andrews (damals war er weder Royal noch Ancient) ebenfalls ein offenes Turnier ausgetragen werden sollte, übernahmen die dort Verantwortlichen die erwähnten 13 Gebote unverändert. Bis 1875 wurde die Zahl der Regeln nur um sieben weitere ergänzt.
1885 wurde die Gründung eines Golfclubverbands beschlossen, um dadurch eine für diesen Sport zentrale Institution zu schaffen, und die Wahl fiel dabei auf den "Royal und Ancient Golf Club of St. Andrews" (R & A). Dieser verschickte dann anno 1888 das erste vollständige Regelkompendium an alle bis dahin bekannten Clubs und bearbeitete das Regelwerk weiter, so dass nach einer weitreichenden Reform 1893 das Regelbuch bereits 40 Regeln und 14 Sonderbestimmungen sowie 10 Paragraphen über die Golfetikette enthielt.
Fast zur selben Zeit, im Jahr anno 1894, konstituierte sich die „United States Golf Association" (USGA) als die für Golf verantwortliche Spitzenorganisation in Amerika und Mexiko. Da die Regelungen in England und Amerika voneinander abwichen, kam es in der Folgezeit immer wieder zu Unstimmigkeiten. 1951 endlich beschlossen Engländer und Amerikaner in Regelfragen zusammenzuarbeiten, doch es dauerte noch bis 1984, bis die Regelungen einander angeglichen wurden. So spielt heute die gesamte Golfwelt nach denselben Regeln.
Seither wird das Regelwerk von einer Expertenkommission, bestehend aus Mitgliedern des R&A sowie der USGA, alle vier Jahre überarbeitet. Die letzte Revision erfolgte mit Wirkung auf den 1. Januar 2000.
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